Bernstein ist ein ca. 40 Millionen Jahre altes Produkt der Natur, ein unter besonderen Umständen ausgehärtetes Baumharz. Mit seinen außergewöhnlichen Farben und seinem seidigen Glanz zog er die Aufmerksamkeit der Küstenanwohner an Ost- und Nordsee auf sich. Das Material ist ein wenig härter als ein Fingernagel und lässt sich daher relativ einfach bearbeiten.
Schon die Menschen in der Jungsteinzeit waren vom Bernstein fasziniert und haben Bernstein mit einem Stein geschliffen und einem Tuch poliert.

 



Vom 13. bis 15. Jahrhundert hatten die deutschen Ordensritter das Monopol auf allen, an den Stränden des Samlandes, gefundenen Bernstein.
Von ihrem Hauptsitz der Marienburg aus betrieben sie einen einträglichen Handel mit den Bernsteindreherzünften in Lübeck und Brügge, wo der Bernstein fast ausschließlich zu Gebetskränzen (Rosenkränzen) verarbeitet wurde.
Im Jahre 1420 hatten die Bernsteindreher- und Paternostermacherzünfte  70 Meister und 300 Gesellen sowie Lehrlinge.
Mit der Reformation jedoch brach der europaweite Handel mit Rosenkränzen zusammen.

 


Erst in der Mitte des 16. Jh. kommt es zu einer neuen Nutzung des Bernsteins im höfischen Kunsthandwerk. In Danzig und Elbing ansässigen Bernsteindreher und -drechsler wurden an den preußischen Hof nach Königsberg gerufen, wo sie statt der Rosenkränze nun kunsthandwerkliche Arbeiten in Bernstein auszuführen hatten.